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Dass ich fühle, dass ich bin

Montag 24. Januar 2005, Region
Appenzeller-Abend (Bericht aus den SHN - Suche via Archiv)

Im Landsgemeindelied, das immer den Appenzeller-Abend in starker Sangesgemeinschaft eröffnet, kommt in Worten zum Ausdruck, was beim Zauern mächtig ans Herz greift: das Eingebettetsein in eine tiefe Sehnsucht nach Heimkunft. Vielleicht haben die ersten Sennen, die zu Beginn der Nacht vor ihre Hütte getreten sind und das vielstimmige singende Echo der Kuhglocken von den Felsdomen mit ihren Stimmen aufgenommen haben, so den Weg zu einer ganz eigenen Mystik gefunden. Vielleicht kommen von diesen wundervollen Melodien einer geteilten Einsamkeit von Berg zu Berg jene Appelle an die Seele, die uns berühren - auch wenn heute längst die Talbewohner das Brauchtum mittragen. Aber auch Bergleute, die auf den hohen Graten sich des schützenden Engels bewusst sind wie in der Bitte: «... dass mein schwacher Fuss nicht gleite».

Ab Beginn des Appenzeller-Abends spielte die Streichmusik Weissbad mit Geige, Bassgeige, Handorgel und Hackbrett liebliche Weisen, welche Gefühle aufwühlen und dann in der Schönheit tragen. Und der Jodelclub Herisau-Säge - seit einem Jahrzehnt wieder einmal beim Schaffhauser Appenzeller-Verein - liess mit seinem Können alle einfach verstummen. Ist es doch so, dass ein aussergewöhnlicher Solojodler wie Armin Dörig oder ein Zauerer wie Hans Kunz die vielen andern grossen Stimmen nicht nur äusserlich um sich schart. Alle miteinander entfalten bei abwechslungsreichen Kompositionen die farbige Pracht der Tradition.
Zahlreiche Delegationen aus nah und fern durfte Josef Anderegg begrüssen; alle genossen mit Aug und Ohr: Schällejodel und Beckenzäuerli, Trachten im Schmuck von Silber und Messing - und die Titel, die auch mit der neuen CD «Glanzpünkt» Erinnerung bringen. Schliesslich hat eine junge Gruppe mit Fleiss und Spiellust einen Zweiakter einstudiert, ein turbulentes Stück, nach dem der Abend in Geselligkeit ausklang.
(U. No.)

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